Auch Pflegebedürftige haben Geburtstag, Mutter- beziehungsweise Vatertag und verbringen Weihnachten meist im Kreise ihrer Lieben. Aufgrund der demografischen Entwicklung sind es immer mehr Menschen, die pflegebedürftige oder gar bettlägerige Angehörige haben. Ihnen stellt sich zwangsläufig die Frage, womit man einem Pflegebedürftigen gegenüber am besten seine Wertschätzung ausdrückt und mit welchen Geschenken man ihm eine Freude bereitet. Der folgende Beitrag hält Tipps und Anregungen für Dich bereit …

Geschenk für Pflegebedürftige

Pflegebedürftigen Angehörigen mit speziellen Geschenken eine Freude machen (Foto: Phovoir / Shutterstock.com)

Geschenke zu machen, ist auf jeden Fall wichtig: Beschenkt zu werden ist ein Ritual, das im Leben eines jeden fest verankert ist – selbst Demenzkranke im fortgeschrittenen Stadium wissen noch um die Bedeutung. Mit einem Geschenk trägst Du dazu bei, dass sich Dein pflegebedürftiger Angehöriger besser und glücklicher fühlt.

Um es gleich vorwegzunehmen: Es gibt zwar etliche Geschenke, die auf Pflegebedürftige abgestimmt sind oder für Menschen mit bestimmten Erkrankungen und Beeinträchtigungen (Demenz, Parkinson) entwickelt wurden – aber es muss sich nicht unbedingt um ein solches Präsent handeln. Ganz „normale“ Dinge kommen ebenfalls gut an – schließlich empfinden Pflegebedürftige die gleichen Freuden wie nichtbeeinträchtigte Menschen.

Schönes fürs Wohlbefinden

Geschenke für das Wohlbefinden

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Diverse Kosmetika und Körperpflegeartikel, wie etwa wohlriechende Gesichtscremes, Waschgels oder die Sinne anregende Badezusätze, bieten sich deshalb auch als Geschenk für einen Pflegebedürftigen an. Generell ist alles gut geeignet, was das Wohlbefinden des Betroffenen steigert – oder einfach nur Behaglichkeit stiftet.

Ein Bild mit bunt-fröhlichem Motiv, ein digitaler Bilderrahmen mit wechselnder Bildanzeige oder eine stimmungsvolle Tischleuchte, die ein warmes Licht verbreitet, sind in diesem Sinne passende Geschenke. Ein Kalender mit Fotomotiven einer Urlaubslandschaft, die der Pflegebedürftige von früher kennt, lässt mit Sicherheit so manche Erinnerung daran wieder aufleben. Das Geschenk darf durchaus „praktischer“ sein – immerhin sind eine schöne Bettwäsche oder ein flauschiges Handtuch Dinge, mit denen der Pflegebedürftige in seiner „kleiner gewordenen“ Welt noch täglich sprichwörtlich in Berührung kommt.

Weitere Geschenkideen:

  • Bücher in Großschrift (für Senioren, die noch selber lesen)
  • Buch- und Zeitschriftenhalter (durch Gummi-Noppen rutschfester Stand)
  • TV-Brille (Vergrößerung des Fernseh-Bildes um das Doppelte)
  • Aroma-Lampe und ätherische Öle
  • Duftkissen (fürs Bett)
  • Sprechende Uhr (mit Anzeige sowie Ansage der Uhrzeit)
  • Sticken ohne Nadel (Beschäftigungsmöglichkeit für Demenzkranke)

Ob Schokolade oder Pralinen, ob Snacks oder Marmelade: Auch Süßigkeiten sind gern gesehen – nicht nur bei Demenzkranken, die ein verändertes Geschmacksempfinden haben und generell Süßes bevorzugen.

Hörbücher und CDs: Abwechslung muss sein!

Neben Wohlbefinden und Behaglichkeit spielen aber auch ein wenig Spannung und Abwechslung im Einerlei des Pflegealltags eine nicht zu unterschätzende Rolle. Schließlich hat ein Pflegebedürftiger jede Menge Zeit, die er sinnvoll ausfüllen kann. Anregung ist darüber hinaus wichtig, damit die geistigen Fähigkeiten Deines betroffenen Angehörigen noch möglichst lange auf hohem Niveau erhalten bleiben.

Enkel liest Großmutter vor

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Um für Abwechslung zu sorgen, sind Hörbücher oder Hörspiele in jedem Fall eine prima Geschenkidee. Oft lässt die Sehkraft im Alter stark nach, so dass das Lesen schwerfällt oder unmöglich wird. Das Vorgelesen-Bekommen einer Geschichte bereitet dann natürlich umso mehr Freude. Für Demenzkranke sind CDs ebenfalls eine gute Wahl: Im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium bieten sich allerdings eher Musik-CDs an, die zum Mitsingen anregen. Wenn noch kein CD-Player vorhanden ist, ist auch dies ein Tipp für ein Präsent.

Als Alternative zu elektronischen Medien wie Hörbüchern oder Hörspielen kannst Du aber auch ein normales Buch schenken und später daraus vorlesen – vorausgesetzt, dass Deine familiären und beruflichen Verpflichtungen es zulassen, dass Du die hierfür erforderliche Zeit erübrigen kannst. Diese Form der Zuwendung in Form von „geschenkter Zeit“ wird Dein Angehöriger natürlich in besonderer Weise zu schätzen wissen.

Zeitschriften sind ein Geschenk-Äquivalent für „zwischendurch“ und eröffnen selbst einem Zeitgeplagten die Chance, den einen oder anderen Artikel daraus vorzulesen.

Spiel und Spaß: Gesellschaftsspiele für Senioren

Vielleicht hast Du mit Deinem Angehörigen früher gern zusammen Gesellschaftsspiele gespielt? Die bekannten Klassiker wie „Mensch ärgere Dich nicht“, Halma, Dame oder Mühle finden sich noch heute in fast jedem Haushalt. Wenn allerdings die Sehkraft nachlässt oder gar Schwierigkeiten auftreten, die kleinen Spielsteine zu greifen und zu setzen, gerät das gemeinsame Spielen bedauerlicherweise aus dem Blick. Das muss jedoch nicht sein! Denn auf dem Markt sind spezielle „Senioren-Spiele“ erhältlich. Diese unterscheiden sich in nichts, als dass Spielfeld, Beschriftung, Spielsteine und Würfel etwas größer dimensioniert sind und vorhandene Schwächen und Beeinträchtigungen somit kompensiert werden.

Knüpfe einfach wieder an alte Zeiten an, in denen Ihr Gesellschaftsspiele gespielt habt und zusammen Euren Spaß hattet. „Senioren-Spiele“ gibt es im Sanitäts-Fachhandel – Du findest sie aber auch auf Handelsplattformen wie Amazon. Manche Varianten bieten als besonderen Clou ein zusätzliches Magnetsystem. Bei den Spielsteinen ist an der Unterseite ein Magnet eingelassen, mit dem sie auf dem Metall-Spielfeld recht gut haften und sich kaum noch versehentlich umwerfen lassen.

Karten- und Legespiele für geistige Fitness

Domino-Steine

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Die Spielehersteller haben sich aber auch in puncto Karten- und Legespiele auf die weiter wachsende Gruppe von älteren Menschen mit Beeinträchtigungen eingestellt. Ob Skat, Doppelkopf oder Rommé – entsprechendem Spielspaß sind mit „Spielkarten für Senioren“ keine Grenzen mehr gesetzt. Die Spielkarten sind größer und die Eckzeichen auch, damit ein Spieler mit Sehbehinderung sie auf Anhieb erkennt. Selbst der Schwierigkeit, die Karten in der Hand zu halten, lässt sich abhelfen – mit Kartenhaltern aus Holz oder Kunststoff, in die sich die Spielkarten während des Spiels ganz einfach einstecken lassen. Manuelle oder automatische Karten-Mischmaschinen wiederum übernehmen den unverzichtbaren Part des Kartenmischens. Ebenfalls eine sinnvolle Geschenkidee …

Typische Legespiele wie Domino gibt es ebenfalls in vergrößerter Ausführung für Senioren. Neben den üblichen Kartenspielen sind darüber hinaus spezielle Kartenspiele erhältlich, die der Biografie-Arbeit oder geistigen Aktivierung dienen. In der Art des bekannten „Memory“ geht es darum, die geistigen Fähigkeiten zu stärken, während bei der Biografie-Arbeit das Anregen der Erinnerung sowie das Erzählen im Vordergrund stehen. Verschiedene Angebote dieser Art sind sowohl im Fachhandel, in Sanitätshäusern als auch online erhältlich.

Persönlicher geht es kaum: Der „Erinnerungskarton“

Kaum einen älteren Menschen dürfte es geben, der nicht gerne aus seiner Vergangenheit erzählen würde – sicherlich trifft dies auch auf Deinen Angehörigen zu. Nur manchmal schwinden leider die Erinnerungen als Anknüpfungspunkte fürs Erzählen. Ein Fotobuch mit den schönsten Highlights des Lebens hilft dabei, Vergangenes lebendig zu halten. Ein solches Fotoalbum, von Dir sorgfältig zusammengestellt, ist ein sehr persönliches Geschenk, an dem nicht nur Dein Angehöriger, sondern auch Du Dich selbst erfreuen wirst.

Im Falle von Demenzkranken: Beschrifte die Fotos am besten mit genauer Bezeichnung des Anlasses, Datum, Namen von Personen, die darauf zu sehen sind, und weiteren Angaben. Auf diese Weise ersparst Du dem Beschenkten unter Umständen die Verlegenheit, etwas nicht mehr zu wissen beziehungsweise sich an etwas nicht mehr zu erinnern. Alternativ kannst Du einen Erinnerungskasten zusammenstellen, der neben Fotos auch Postkarten, Eintrittstickets, Briefe und persönliche Gegenstände enthält.

Die „Nestel-Decke“ – eine Geschenkidee für Demenzkranke

Nesteldecke

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Speziell für Demenzkranke gibt es noch eine weitere schöne Präsentidee – und zwar eine sogenannte „Nestel-Decke“. Nesteln bezeichnet das „Herumspielen“ an Kleidung, Stoffen und anderen Dingen. Für den Demenzkranken geht es um die Befriedigung sensorischer Bedürfnisse. Eine „Nestel-Decke“ greift diesen Impuls auf und bietet in Patchwork-Manier gleich eine breite Vielfalt an Möglichkeiten für haptische Erlebnisse und Eindrücke. Dafür kombiniert sie unterschiedlichste Stoffe mit aufgesetzten tastbaren Elementen, wie zum Beispiel Knöpfen und Reißverschlüssen oder Taschen zum Öffnen und Schließen. Erhältlich sind Nestel-Decken bei Spezialanbietern, aber auch zum Beispiel bei DaWanda.

Wegen ihrer therapeutischen und beruhigenden Wirkung kommen „Nestel-Decken“ sogar in stationären Pflegeeinrichtungen zum Einsatz.

„Liftware Stabilizer“ – ein Hightech-Präsent für Parkinson-Erkrankte

Schenken macht mehr als nur Freude, wenn der Beschenkte mit dem Geschenk ein Stück weit Sicherheit, Selbstständigkeit und Würde zurückerhält. Ein in diesem Sinne wirksames Geschenk ist der „Liftware Stabilizer“ – ein Hightech-Löffel, der das Zittern der Hände, wie es bei Parkinson-Erkrankten üblich ist, weitgehend ausgleicht. Ein kleiner „Computer“ im Griff steuert dazu dem Zittern entgegen. Entwickelt vom kalifornischen Start-up „Lift Labs“, wurde das Unternehmen inzwischen von Google übernommen – das zeigt das ganze Potenzial dieser neuen Entwicklung. Ungefähr 230 Euro kostet der Löffel.

TIPP: Es gibt etliche größere Online-Shops, die sich auf Alltagshilfen und Geschenkideen für Menschen mit Beeinträchtigungen sowie Pflegebedürftige spezialisiert haben.